Eine Frage der Haltung (Blogparade)

Eine Frage der Haltung (Blogparade)Eine Frage der Haltung –
Haltung im Business, Haltung im Leben

Dieser Artikel ist mein Beitrag zur Blogparade von Anna Koschinski:
Haltung, Werte und Wirkung im Business

Als ich diesen Aufruf von Anna zur Blogparade über das Thema „Haltung“ entdeckt habe, war ich sofort mit Begeisterung im Thema. Was würde besser passen – was erzähle ich wieder und wieder in meiner Arbeit?

„Unsere Haltung bestimmt unser Verhalten!“

Wie will ich sein? Wo hört die Maske auf und fängt das Ich an? Was ist noch soziales Miteinander und wo braucht es klare Worte? Was sind meine eigenen Werte? Wie erkenne ich sie? Was muss ich tun, was muss ich lassen, damit ich mir selber im Spiegel in die Augen schauen kann?
Diese Fragen bewegen mich tatsächlich immer wieder, sowohl beruflich wie auch privat. Deshalb nehme ich den Anstups gerne auf und zeige heute mal wieder eine Innenansicht. 🙂

Puh, da gibt es so viel dazu zu sagen, aber in diesem Artikel soll es nun um meine Haltung und Werte mit selbst-bewusst essen gehen, deshalb orientiere ich mich an den Leitfragen, die Anna liebenswürdigerweise in ihrem Artikel zur Verfügung stellt.  Anna fragt:

  • Was bedeutet Haltung für dich?

Haltung hat für mich zwei Seiten: Die äußere Haltung und die innere Haltung. Beide beeinflussen sich gegenseitig.

Die äußere Haltung
Wenn Du mich vielleicht schon mal im Tanz- oder Sportunterricht erlebt hast (oder bei einem Tanzauftritt), dann weißt Du, dass ich großen Wert auf gute Körperhaltung lege. Sich aufrichten, aufrecht sein, den Brustkorb heben, nicht mit dem Oberkörper nach vorne fallen, den zustehenden Raum einnehmen – das alles gehört dazu. Nicht immer einfach, aber mit der Zeit und mit Übung wird es immer besser und leichter.  Es macht einen Riesen-Unterschied!

Unsere Haltung bestimmt unser Verhalten.

Die innere Haltung
Da ist es wieder – das aufrecht sein, ein aufrechter/aufrichtiger Mensch sein. Ich glaube, es gehört schon ein bisschen Lebenserfahrung dazu, um seine eigenen Werte zu erkennen und auch leben zu können. Wie will ich meinen Mitmenschen begegnen, wie will ich zu bestimmten Themen stehen, wo sind meine Grenzen, welche sind kompromissbereit – und welche nicht? Das zu wissen ist Selbst-Bewusstsein! Es gibt diesen bekannten Ausspruch: „Hier stehe ich, ich kann nicht anders.“

  • Was ist dir besonders wichtig, wenn du dich und dein Thema in die Öffentlichkeit bringst?

Ich habe tatsächlich einen Leitstern, der über allen meinen Aktivitäten steht. Jeder kennt ihn, jeder weiß, wo er zu finden ist:

Die Würde des Menschen ist unantastbar.

Ja, Artikel 1 Grundgesetz. Mir ist es unglaublich wichtig, mein Gegenüber in seiner Gesamtheit wahrzunehmen und (um bei meinem Thema zu bleiben) ihn nicht auf sein Gewicht zu reduzieren. Wertschätzung, respektvoller Umgang, Empathie – so trete ich meinen Interessentinnen und Kundinnen gegenüber.

  • Wie wirst du von deinen Fans und Followern wahrgenommen?
    Welche Rückmeldungen bekommst du von ihnen?

Tatsächlich bekomme ich oft die Rückmeldung, dass man bei mir alles sagen und erzählen könne. O-Ton einer Kundin: „Bei Dir kann ich das endlich mal loswerden, Du bewertest und beurteilst das nicht, sondern hörst erstmal zu! Das ist so schön!“ Oder auch: „Du verlangst nichts, was unmöglich ist.“ Das offene Ohr und das Einfühlungsvermögen wird mir öfter gespiegelt. Das macht mich sehr glücklich.

  • Warum ist das wohl so? Was tust du dafür?

Jeder Mensch hat einen Grund, sich so zu verhalten, wie er das tut. In meinem Business: Warum er dies oder das isst, warum er diese oder jene Angewohnheit hat. Dieser Grund interessiert mich zuallererst, damit ich ihn verstehen kann. Dann erst kann oder will ich beurteilen, ob eine Veränderung machbar ist.
Grundsätzlich ist meine innere Erzieherin immer an Bord, die sagt: Keine Vorurteile hier, ja?!

  • Wo siehst du Chancen und Schwierigkeiten von „authentischem Auftreten“ im Social Web?

Für mich heißt authentisches Auftreten, dass ich mich nicht verstelle – ich kann sehr klar kommunizieren. Auch mal klar nein sagen, wenn nein dran ist. Das kann Gegenwind auslösen. Das Problem bei „Netz-Kommunikation“ ist für mich oft die fehlende Stimme. Ohne Sprechstimme, ohne Körperausdruck wird vieles anders interpretiert, als es gemeint ist – das sorgt für Missverständnisse. Um es mit einem markanten Spruch meines früheren Chefs zu sagen: „Man redet sich zusammen und schreibt sich auseinander.“

  • Welche Menschen reagieren am stärksten und positivsten auf dich und darauf, wie du dich präsentierst?

Ich glaube, da gibt es so zwei Lager: Einmal die, die Zeit ihres Lebens auf ihr Körpergewicht reduziert wurden, die immer nur „das kannst du nicht“ und „nicht-wirklich-gesehen-werden“ erfahren haben, die ziemlich verunsichert und wenig selbst-sicher sind. Da ich selbst in meinem Leben an diesem Punkt war, kann ich mich hier sehr, sehr gut hineinfühlen und kenne die inneren Abläufe, die da passieren.
Aber auch die Menschen, die selbst schon die Reise zu der eigenen Haltung und zu ihren Werten gemacht haben und diese „Augenhöhe“ erkennen.

  • Wann fühlst du dich in der Interaktion mit deiner Zielgruppe am wohlsten?

Ganz ehrlich? Wenn ich merke, dass meine Motivation und meine Power überspringt. Wenn ich merke, dass ich andere „mitziehe“.  🙂
Wenn ich erleben darf, dass Frauen ein neues Körpergefühl entwickeln und endlich mit einem Lächeln in den Spiegel schauen können. Wenn das Selbst-Bewusstsein und die Selbstliebe und damit die Unabhängigkeit erwacht.
Wenn ich den „Ich bin falsch“-Gedanken wegnehmen und durch „Ich weiß, was mir wichtig ist“ ersetzen kann.

Ich habe für diesen Effekt das Wort „Kriegerinnen-Spirit“ für mich gefunden. Als „Vorkämpferin“ mache ich anderen den Weg leichter.

  • Welche Werte vertrittst du – im Business, aber auch in deinem (Privat-)Leben?

Respekt, Wertschätzung, Würde, achtsamer Umgang – mit Menschen, mit Ressourcen, mit der Erde,  gegenseitiges Helfen und Unterstützen (nicht Ausnutzen!), Dinge klar aussprechen, kein Verkauf von irgendwelchen Pillen und Pülverchen, ich vermittle nichts, wo ich nicht dahinterstehen kann. Aber mir ist es auch wichtig, dass andere wachsen und sich weiterentwickeln möchten. Der Wille zur Veränderung kommt immer von innen, nicht von außen.

We rise by lifting other.

Real Queens (and Kings) fix each other’s crowns.

 

  • Wodurch erkennen deine Kunden diese Werte?

In meinen Coachings finde ich trotz aller Grundlagen Lösungen, die in den stressigen Alltag der Kundin passen, niemand muss sich irgendwie verbiegen, niemand bekommt etwas verboten. Jeder kann sein Ziel auf seine Weise aus der eigenen Kraft heraus erreichen.

  • Wie ist deine Einstellung deinen Kunden gegenüber?
    Und wie ist deine Einstellung gegenüber Marketing und Verkauf?

Meine Kundinnen bringen jede ihr eigenes „Lebenspaket“ mit, das gilt es zu respektieren.
Marketing, Verkauf müssen für mich stimmig sein – ich halte nichts von lauten Marktgeschrei, ich bin persönlich nicht anfällig für Werbung.
Niemand muss sich bei mir nach dem Vorgespräch zur Buchung verpflichtet fühlen. Ich kommuniziere deutlich, was ich anbieten kann und was machbar ist, aber auch, dass die Kundin selbst umsetzen muss.

  • Was würdest du nie tun, auch wenn dir alle sagen, dass das jetzt der neue, heiße Scheiß ist?

Irgendwelche obskuren Mittelchen verkaufen, irgendwelche Ideologien, hinter denen ich nicht stehen kann, predigen. Oder Fake-Erfolge (zum Beispiel mit Vorher-Nachher-Fotos) verkaufen.

  • Wie präsentierst du dich nach außen und welche Sprache sprichst du?

Ich hoffe doch, ich komme als ganz normaler, nahbarer Mensch rüber und nicht als die „Ernährungstante“ mit dem erhobenen Finger! 🙂
Ich habe da immer so das Bild von der „guten Freundin“ im Kopf, die ich gerne für meine Kundinnen sein will. Ich rede kein fachchinesisch, sondern Alltagssprache, auch mal deutlich. Bei mir fällt durchaus mal der Satz „Lass den Scheiß!“, wenn es um bestimmte Lebensmittel geht. Oder auch „Bullshit“. Klartext ist meine Lieblingssprache.

  • Ergibt deine Präsentation ein stimmiges Gesamtbild? Für dich, für deine Freunde, für deine Zielgruppe und Follower?

Für mich empfinde ich es als stimmig – wie es im außen wirkt, kann ich nur nach den Feedbacks beurteilen, die ich weiter oben schon erwähnt habe.

In einem früheren Blogartikel habe ich das Thema Wertschätzung schon einmal aufgegriffen: Blogartikel „In eigener Sache“

Nur mit Haltung bleibt das Tablett oben
Nur mit Haltung bleibt das Tablett oben. 🙂

Die eigene Reise zur Haltung

Ich glaube, die eigenen Werte zu erkennen und zur eigenen Haltung zu finden ist nichts, was mal eben so geht. Es ist eine Reise mit Erkenntnissen und auch mal Sackgassen. Dazu gehört Interesse für die Welt um einen herum, die Beschäftigung mit vielen Themen, der heruntergedrückte Tellerrand. Wie agieren andere Menschen, wie handhaben andere etwas – und will ich das für mich? Was ist mir wichtig im Leben, welche Entscheidungen treffe ich?
Meine eigene Reise begann mit dem Tanzen. Durch das Tanzen wurde ich selbstbewusster und lernte, mich in meinem Körper zuhause zu fühlen.
Die nächsten Stationen waren die Themen „Selbermachen“, „Minimalismus“ und „plastikfrei“.
Das Selbermachen – also der Versuch, zum Beispiel ein Tanzkostüm selbst zu nähen – lehrte mich Wertschätzung. Wertschätzung für die Arbeit und das Können anderer Menschen (einer Näherin, einer Schneiderin ….).
Mit dem Ausflug in den Bereich Minimalismus begann ich darüber nachzudenken, welche materiellen Dinge wir überhaupt brauchen und was wir nur deshalb kaufen, weil es eben da ist. Wie kann ich Ressourcen schonen, was wird nur hergestellt, um weggeworfen zu werden? Bin ich, was ich habe – definiere ich mich über Besitz oder Sein?
Damit war ich ganz schnell beim Plastik, auch und vor allem Plastik in Verbindung mit Lebensmitteln. So hat sich der Kreis geschlossen.

Auf meiner eigenen Reise habe ich erkannt, dass mit den eigenen Lebens-Werten immer auch Entscheidungen verbunden sind. Deswegen ist das Thema Entscheidungen treffen ein wichtiger Teil in meinen Coachings. Aber keine Sorge, gemeinsam legen wir die Grundlagen fest, damit die Kundin die richtigen Enscheidungen für sich treffen kann.

Wertschätzung als Form der Haltung
Ich und mein Quilt „Rosengarten“ – vom Selbermachen zur Nähnerdin 🙂

Unsere Haltung beeinflusst so viele Ebenen – was wir kaufen, was wir essen, was wir anziehen, aber eben auch, wie wir miteinander umgehen, was wir in die Welt tragen möchten und wie weit wir uns beeinflussen lassen. Eben:
Unsere Haltung beeinflusst unser Verhalten.

Wie ist es mit Dir und Deinen Werten? Wo auf dieser Reise befindest Du Dich gerade?
Ich wünsche Dir ganz viele Inspirationen und Aha-Momente mit all den Artikeln zu dieser Blogparade!

Heute gilt also wieder einmal ganz besonders:
Bleib selbst-bewusst

Deine Wegweiserin im Ernährungsdschungel

Foto Anja Rödel - Wegweiserin im Ernährungsdschungel

8 Gedanken zu „Eine Frage der Haltung (Blogparade)

  1. Ich habe mich an mehreren Stellen wiedergefunden. Für mich ist das Thema Haltung gerade aktuell. Und auch ich habe die Erfahrung gemacht, dass es enorm hilft, hier über den Körper (in meinem Fall durch Pilates) zu gehen. Ich bin eh schon so verkopft 😉

    Auch beim Thema Ernährung habe ich schon die Erfahrung gemacht, wie schwierig es sein kann, zu den eigenen Werten zu stehen. Trotz besseren Wissens und meine innere Stimme ignorierend habe ich mich jahrelang dazu hinreißen lassen, die „Erfolgsrezepte“ anderer wichtiger zu nehmen als meine eigenen Erkenntnisse und Erfahrungen. Heute mit bald 40 Jahren schaff ich es endlich zu meinen individuellen und sich oft abseits des Mainstreams bewegenden Ernährungsgewohnheiten und -vorlieben zu stehen. Eine enorme Erleichterung! Die unglaublich wohl tut. Und ganz plötzlich klappt es auch mit dem Abnehmen easy cheesy 😉

    Danke für deinen tollen Artikel!
    Hätte ich Bedarf an einer Ernährungsberaterung, ich könnte mir gut vorstellen, zu dir zu gehen.

    Herzliche Grüße
    Susi

    1. Liebe Susi,
      herzlichen Dank für Deinen Kommentar und Deine Rückmeldung!

      Ich glaube schon, dass der „Haltungsweg“ von außen nach innen geht – körperlich können wir Haltung einfach besser nachvollziehen.

      Genau das ist mein Credo: Es gibt beim Thema besser essen – abnehmen – selbstbewusst sein kein „one size fits all“. Wir sind Menschen, keine Maschinen – jeder Mensch is(s)t anders.
      Wie schön, dass es so auch für Dich passt und dass Du mich da doch auch bestätigst! 🙂

      Ebenso herzliche Grüße, Anja

  2. Liebe Anja,
    danke für diesen persönlichen Text. Ich konnte super mitreisen, Dir näher kommen und finde mich in Vielem wieder.
    Vielleicht auch ein Grund, warum wir uns Im Netz begegnet sind.
    Ein tolles Foto mit dem Tablett und viel Lebensfreude, die aus allem spricht. 😄Herzerwärmend! 🧡

    1. Liebe Gabriela,
      oooh, vielen Dank für Deinen lieben Kommentar.
      Ich freue mich, dass das Foto mit dem Tablett so ankommt – es verbindet einfach die Wegweiserin mit der Tänzerin. 🙂
      Herzlich, Anja

  3. Liebe Anja,
    das ist ein toller ausführlicher Text. Was mir aber besonders gefällt, ist dein Bild mit dem Tablett auf dem Kopf. Da denke ich immer daran: Aufrechte Haltung und richtige Körperspannung. Sonst würde das nicht funktionieren.
    Liebe Grüße
    Edith

    1. Liebe Edith,
      vielen Dank für Dein wunderbares Feedback!
      Ja, das Foto mit dem Tablett ist auch eines meiner Lieblingsfotos 🙂
      Liebe Grüße zurück
      Anja

  4. Liebe Anja,

    danke für diesen starken Text! Ich glaube ja, dass wir uns im Web nicht einfach so finden, sondern dass es immer um dieses Matching geht. Kommt mir mein Gegenüber klar und authentisch vor? Spricht es meine Sprache? Kann ich die Botschaft verstehen? Und letztlich: Kann ich mein Gegenüber gut „riechen“ – über Sprache und Bildsprache.

    Beim Thema Sprache sind wir uns glaub ich ziemlich nah. Das hier kann ich daher nur unterstützen und das nehme ich auch so wahr:

    „Ich habe da immer so das Bild von der „guten Freundin“ im Kopf, die ich gerne für meine Kundinnen sein will. Ich rede kein fachchinesisch, sondern Alltagssprache, auch mal deutlich. Bei mir fällt durchaus mal der Satz „Lass den Scheiß!“, wenn es um bestimmte Lebensmittel geht. Oder auch „Bullshit“. Klartext ist meine Lieblingssprache.“

    Danke, dass du mit dabei bist bei meiner Blogparade!

    Liebe Grüße
    Anna

    1. Liebe Anna,
      ich danke Dir von Herzen, dass Du diese Blogparade ins Leben gerufen hast! Über Deinen wunderbaren Kommentar freue ich mich ganz besonders. <3

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