Wer nie sein Brot am Schreibtisch aß ..

Titel: Wer nie sein Brot am Schreibtisch aß ...Wer nie sein Brot am Schreibtisch aß …
Oder auch: Vom Essen am Schreibtisch und Alternativen zum belegten Brot

Eine kurze Frage: Hast Du vielleicht gerade eine Computertastatur vor Dir? Dann nimm sie doch mal hoch, dreh sie mit den Tasten nach unten und schüttel mal kräftig …
Was hast Du jetzt auf dem Schreibtisch? Zwei Büroklammern, etliche Staubfussel, einen alten Zahnstocher UND MINDESTENS ZWEI BRÖTCHEN in Krümeln?

Wenn das so ist: Willkommen im Club, Du bist echt nicht allein!

Viele Jahre lang, die ich angestellt im Büro gearbeitet habe, habe ich das genau so gemacht. Die kurze Mittagspause am Schreibtisch verbracht, das Brötchen, die Breze, das mitgebrachte Brot mehr oder weniger über der Tastatur gefuttert, nebenbei noch entweder etwas „eben schnell“ weitergearbeitet oder die Online-Ausgaben der Tageszeitungen studiert. Dass das nicht so wirklich toll ist, wusste ich natürlich. Aber oft genug war das Tagesgeschäft einfach so fordernd, „das muss jetzt fertig werden, das eilt, jetzt bin ich gerade so schön im Fluss …“.

Kommt Dir das auch bekannt vor?

Verbringst Du Deine berufliche Zeit am Schreibtisch vorm Computer? Und isst schon mal einfach irgendwas, weil Du gerade Hunger, aber keine Zeit für eine richtige Pause hast? Vielleicht ein Teilchen oder eine Butterbreze vom Bäcker oder was vom Schnellimbiss um die Ecke … Beziehungsweise ärgerst Dich insgeheim, weil es schon wieder das belegte Brot ist, auf das Du eigentlich gar keinen Appetit hast?

In diesem Artikel will ich Dir aufzeigen, warum das erste nicht sinnvoll ist und welche Alternativen es zum zweiten gibt.

belegtes Brötchen

Was essen am Schreibtisch mit uns macht

Warum ist das jetzt nicht so geschickt, am Schreibtisch zu essen? Weil da einiges in Deinem Körper passiert bzw. eben gerade nicht passiert.

Zugegeben, es ist schon bequem, und im Bildschirm ist ja auch die ganze Onlinewelt, in der man irgendetwas verpassen könnte …

ABER: Tu tust Dir und Deinem Körper damit leider überhaupt keinen Gefallen!

1. Nebenbei Gegessenes bleibt unbemerkt
Kopf und Bauch brauchen einige Zeit, um zu registrieren, dass gerade Essen reinkommt. Beide können es aber auch nur bemerken, wenn Du auch auf das Essen konzentriert bist!
Ansonsten geht die Information, dass Du heute schon etwas gegessen hast, einfach verloren. Du merkst das oft daran, dass Du abends denkst „Ich habe heute eigentlich noch gar nichts gegessen …“

2. Nebenbei Gegessenes macht nicht satt
Nicht nur, dass Dein Körper nicht bemerkt, dass Du etwas gegessen hast. Meistens bleibt ihm auch gar keine Zeit, das Gefühl von „satt“ zu erzeugen. Du fühlst Dich einfach nicht richtig satt und wohlig, sondern übergehst diesen Moment. Der ist aber wichtig, um nicht in die nächste Essfalle zu tappen!

3. Du isst mehr, als Du eigentlich willst
Das passiert leicht, wenn Du etwas vom Imbiss oder vom Pizza-Lieferdienst isst. Die Portion ist Dir jetzt eigentlich zu viel, aber der Mindestbestellwert! Und so wirklich richtig lecker findest Du es auch nicht. Aber Du hast teures Geld dafür bezahlt, also wird es auch aufgegessen. Egal, ob Du Hunger oder Appetit darauf hast … Und die Kollegen schnabulieren es ja auch gerade. Und schwupps, hast Du Deine Körpersignale wieder ignoriert und zuviel gegessen.

4. Du genießt Dein Essen nicht
Weil es Dir eigentlich gar nicht schmeckt oder Du absolut keine Lust auf „schon wieder Klappstulle“ hast. (Was ich sehr gut verstehen kann, weil es mir immer so ging.) Also ist diese Mahlzeit nur ein weiter Punkt auf der Liste, also etwas, was eben zu tun ist – Du musst ja was essen.

Ich finde, das sind schon gute Gründe, um hier ein paar neue Ansätze zu wagen. Schließlich ist genau das die Aufgabe von Essen: Es soll Dich satt, glücklich und zufrieden machen!

Also, was tun? Hierfür möchte ich Dir gerne ein paar Inspirationen geben.

a) Verlass den Schreibtisch und mach PAUSE!
Uff, ich weiß – das ist schwer umzusetzen, weil die Gewohnheit eben ist, am Schreibtisch zu bleiben. Ich konnte das während meiner Angestelltenzeit auch gar nicht gut! Inzwischen gebe ich mir notfalls nachdrücklich die Aufforderung dazu. Du kannst dafür auch die Erinnerungsfunktion vom Mobilofon benutzen oder Deinen Onlinekalender.
Geh nach draußen oder vielleicht hast Du einen kleinen Pausenraum – oder kannst Dir eine Pausenecke organisieren. Hauptsache, Du verlässt den Schreibtischplatz für die Pause.
Das i-Tüpfelchen dabei ist dann noch ein Blick in die Natur oder in die Ferne.
Wenn Du während Deiner Pause nicht am Schreibtisch bist, hat das noch einen Vorteil: Niemand kann „mal eben schnell“ noch etwas mit Dir besprechen wollen oder mit einer Frage zu Dir kommen. Du setzt ein deutliches Signal: Jetzt grad nicht.

b) Mach den Bildschirm aus!
Schalte den Bildschirm per Bildschirmknopf aus, klapp den Laptop zu. Das verhindert, dass Du doch mal eben schnell in Deine SocialMedia-Kanäle schaust oder die neuesten Meldungen in den Online-Zeitungen liest.

c) Konzentriere Dich auf Dein Essen
Wenn Du Essenspause machst, tust Du genau nur das: Essen. Das Essen riechen, schmecken und bestenfalls genießen, mit aller Aufmerksamkeit. Vielleicht kommst Du Dir dabei am Anfang richtig blöd vor, wie Du so dasitzt und nur isst. Das Gefühl kenne ich auch. Weil: Du bist ja gerade nicht wirklich nützlich und für andere bzw. Deine Arbeit da.
Und vielleicht hilft Dir da der Gedanke: Ich tue mir gerade etwas Gutes und lass mich jetzt nicht stören!

d) Lass das Handy am Schreibtisch liegen.
Nimm es nicht mit in die Pause! Nein, kein mal eben Facebook, Twitter, Instagram oder WhatsApp checken! Pause! Nochmal: P-A-U-S-E! Nur wirklich, wirklich richtige Notfälle sollten Dich jetzt stören dürfen. Und die würdest Du sicher am Klingelton erkennen.
(Wenn Du jetzt das Bild im Kopf hast: In einer Hand das Smartphone, in der anderen Hand das belegte Brötchen – genau das meine ich.)

Keine Lust mehr auf das tägliche belegte Brot/Brötchen? Welche Alternativen gäbe es denn?

Na, da habe ich auch noch ein paar Ideen für Dich:

  • Wunderbar zum Mitnehmen an den Arbeitsplatz sind kalte Gerichte wie Nudelsalat, Couscoussalat, Reissalat. Davon gibt es so viele Variationen, eine ist bestimmt für Dich dabei.
  • Probiere auch mal neue Varianten aus und mach Dir zum Beispiel Frischkäse und Schnittlauch oder selbstgemachte Aufstriche/Relishes auf Dein Brötchen. Da gibt’s  bücherweise ganz tolle Rezepte.
  • Gemüsemuffins, Pizzaröllchen, Minipizzen schmecken immer.
  • Das Notfallessen? Müsli. Vielleicht hast Du gerade noch Obst zur Hand, das Du gleich mit verarbeiten kannst.
  • Wenn Du eine kleine Küche und ein bisschen Platz für Vorräte zur Verfügung hast, kannst Du Dir auch ganz schnell selbst etwas Warmes zaubern. Ehrlich: Eine Herdplatte, ein Wasserkocher, ein kleiner Kühlschrank und ein Regalbrett reichen! Und nein, damit meine ich nicht das heiße  Wasser über das Fünf-Minuten-Dings! 😉
  • Mein eigenes Notfallessen verrate ich Dir auch gern. Es ist ein Seelenstreichler und macht gleichzeitig satt: Porridge mit Beeren. Dafür braucht es nicht mehr als ein bisschen Milch (oder einen Ersatz, wenn Du keine Milch magst), drei bis vier Esslöffel feine Haferflocken und zwei Handvoll gemischte Beeren.

belegtes Brot mit Radieschen

Wenn Du jetzt denkst, boah, das schaff‘ ich nicht, oder auch: Das ändere ich jetzt – dann mach Dir bitte keinen Stress daraus. Es reicht völlig, wenn es am Anfang einmal in der Woche klappt (YEAH!). Zur Immer-Öfter-Gewohnheit wird es dann von selber. 🙂

Schau einfach, was Du entspannt umsetzen kannst.

Und wie immer gilt: Bleib selbst-bewusst!

P. S.: Ja, der Titel von diesem Blogpost ist inspiriert an einen sehr alten Filmtitel. 🙂

 

 

 

45 Fakten über mich

45 Fakten über mich

45 Fakten über mich

Uff, dieser Sommer hat seinen Namen ja mal wirklich verdient. Ganz schön warm. Oder – wie ich zu meiner Münchner Zeit gerne gesagt habe: „Viel Afrika, wenig Biergarten“ … 🙂

Deshalb gibt es heute einen Blogartikel mit leichter Kost. Inspiriert durch einige Blogs, die diese Idee schon aufgegriffen haben, erzähle ich Dir heute 45 zufällige Fakten querbeet über mich. Warum gerade 45? Naja, so alt bin ich eben.
Und ich bin selbst erstaunt, was da so zusammengekommen ist.

Also, los gehts – 45 Fakten über mich:

  1. Ich lebe ohne Spülmaschine, Mikrowelle, Dunstabzugshaube und Küchenmaschine.
  2. Ich kann keine rohen Tomaten essen. Getrocknet, eingelegt, verarbeitet, als Soße, Pesto etc.  gehen sie, aber eben nicht roh.
  3. Ich mag keinen Kürbis und keinen Spargel.
  4. Dafür liebe ich Erdbeeren und Brombeeren.
  5. Katzen? Katzen!!
    Outfit is not complete without cat hair!
  6. Mein aller-, allererster Berufswunsch (so mit 12) war „LKW-Fahrerin in den USA“. Yeah, ich wollte die richtig großen Trucks fahren.
  7. Ich kam als Punk zur Welt – mit einer einzigen Irokesen-Strähne auf dem Kopf.
  8. Mit knapp 20 Jahren bin ich von zuhause ausgezogen in die 280 km entfernte Großstadt.
  9. Vorher habe ich eine Ausbildung zur Industriekauffrau (Fachrichtung Textil) hinter mich gebracht. Die Kaufmannsehre begleitet mich bis heute. Hätte ich damals gewusst, wie sehr mich das Textile heute faszinert, hätte ich mir die Webstühle ganz anders und seeehr genau angesehen.
  10. Ich habe „nur“ einen „Quali“, also einen Qualifizierenden Hauptschulabschluss.
    Mit 17 Jahren habe ich angefangen, richtig zu arbeiten.
  11. Meine beiden Brüder sind 14 und 15 Jahre älter als ich – gut Ding will eben Weile haben. 🙂
  12. Ich verreise nicht gerne. Verreisen stresst mich total. Ehrlich!
  13. Aber ich würde doch gerne noch ein paar Orte in der Welt kennenlernen (Schottland, Toskana, Camargue …). Beißt sich jetzt irgendwie mit dem vorherigen Punkt.
  14. Bei meiner Hochzeit war ich eine rote Braut. Und auch nur ein winziges bisschen nervös (Wer lacht da ?!).
  15. Ich wollte mal Vegetarierin werden und bin gescheitert. Heute esse ich oft vegetarisch, aber eher aus Zufall.
  16. 1999 habe ich mir beide Augen operieren (lasern) lassen.
  17. Ich besitze keinen Fernseher und schaue Dokus bzw. Sendungen, die mich interessieren, über Mediatheken am Laptop.
  18. Von „StarTrek – Voyager“ habe ich alle Folgen gesehen, und ich finde die Figur „Captain Janeway“ klasse. Und liebe den „Doctor“ für seinen staubtrockenen Humor.
  19. Ich bin kein Foto-affiner Mensch. Wenn mir jemand seine Sammlung Urlaubsfotos zeigen will, fange ich leider an zu gähnen. Aber ich mag Aufnahmen, die etwas Besonderes einfangen.
  20. Musikalisch bin ich in den 1980ern stehengeblieben.
  21. I don’t like Metal – I love it! (Aber nur den alten, der diesen Namen auch noch verdient.)
  22. Das Kindchen-Schema zieht bei mir nicht. Ich gebe lieber der ältesten Katze aus dem Tierheim ein neues Zuhause und unterhalte mich sehr gerne mit Senioren.
  23. Meine wichtigste Frage an alte Menschen: „Wie habt ihr das damals gemacht??“
  24. Mit wem ich gerne mal was trinken gehen würde? Mit Professor Harald Lesch und Profilerin Suzanne Grieger-Langer. Mit dem ersten würde ich über Philosophie und Astrophysik (naja …) plaudern, mit der zweiten über Menschenkenntnis. Und wahrscheinlich unglaublich viel lernen.
  25. Ich sage so gut wie nie „googeln“ – ich sage „suchmaschinen“.
  26. Ich kann das Wort „sowie“ nicht schreiben. Auch jetzt habe ich drei Versuche gebraucht, weil immer „soei“ rauskommt.
  27. Eher unbeabsichtigt ist meine Kleidung meistens einfarbig. Ich habe nur wenige gemusterte Teile im Kleiderschrank.
  28. In der Schule konnte ich mit Biologie, Erdkunde, Physik nichts anfangen. Heute liebe ich Dokus über die Entstehung von Welt und Mensch, bestaune das Nördlinger Ries und finde den Oberrheingraben erdgeschichtlich spannend.
  29. Ich bin Fränkin und könnte tatsächlich wohl jeden Tag Knödel („Glees“) essen, ohne dass mir schlecht werden würde. Fleisch brauche ich dazu nicht, „Kloß mit Soß“ reicht völlig.
  30. Ich rede lieber mit Menschen, als eine E-Mail zu schreiben oder sonstwie schriftlich zu kommunizieren.
  31. Meinen Vornamen mag ich nicht besonders, muss aber nun mal damit leben.
  32. Zeitreisen in die Vergangenheit fände ich fantastisch. Wie sah es an dem Ort, wo ich jetzt stehe, vor 35.000 Jahren aus? Und vor allem: Wie hat es gerochen? Wie hat sich die Umwelt angehört?
  33. Ja, die „Ayla“-Bücher von Jean M. Auel haben mich sehr geprägt.
  34. Ich liebe Buchläden. Und Teeläden. Und Stoff- bzw. Handarbeitsgeschäfte.
  35. Mein Lieblingsbuch ist „Die Hexe von Paris“ von Judith Merkle Riley. Mein Exemplar sieht aus, wie ein gerne und sehr oft gelesenes Buch aussehen muss.
  36. Der Grundbaustein, warum ich heute selbständig bin, war der Gedanke „Mal sehen, ob ich noch was lernen kann!“ (Im Sinne von „Oder bin ich schon zu alt dafür?“ – Bin ich definitiv nicht.)
  37. Selbständigkeit war eigentlich gar nicht der Plan. Aber dann dachte ich: Drei nebenberufliche Ausbildungen, Umzug in eine neue Heimat – probiers! Dann kannst Du Dir hinterher nicht vorwerfen, es nicht wenigstens versucht zu haben.
  38. Ich liebe das, was ich tue!
  39. Mein erstes Auto war ein Ford Fiesta – meine kleine Rennsemmel! Tiefergelegt, Breitreifen, Spoiler, Lenkwegbegrenzung, Sportlenkrad und Sportsitze!!
    Bergab, mit Rückenwind und Schiebesonne, eingeklappten Außenspiegeln und Kneipe in Sicht fuhr der sogar mal 160 km/h. (Mein Budget für ein Auto war knapp, und der war halt grad da …)
  40. Ich kannte noch die alte Autobahn A 9 mit all ihren Herausforderungen (Hienberg, Sophienberg, Münchberger Senke …).
  41. Ich fahre so lange nicht gerne Auto, bis ich am Steuer sitze und losgefahren bin. Dann ist alles fein.
  42. Ich kann im Auto unglaublich gut schimpfen und zetern. („Maaaan, die mittlere Spur ist nicht zum Rumkaspern da!!“) Und bin immer wieder erstaunt, welche Schimpfwörter ich so kenne. 🙂
  43. Als ich die Nähwelt für mich entdeckt habe, hätte ich mir nie vorstellen können, dass sie mich nicht mehr loslässt.
  44. Im Prinzip hat das Selbernähen die Kettenreaktion ausgelöst, die mich bis zu meinem Business „selbst-bewusst essen“ geführt hat. Schon irgendwie lustig!
  45. Wenn ich etwas Brauchbares (T-Shirt, Socken, Quilts/Patchwork, Tischdecken etc.) selbst gemacht habe, kann ich es immer erstmal gar nicht fassen. Da kommt dann so die kindliche SELBERMACHT!-Freude durch. 🙂

So, das waren sommerlich-leichte 45 Fakten über mich. Die haben mir richtig Spaß gemacht. Ich hoffe, Dir auch!

Nähmaschine

 

 

 

 

Unbewusstes Essen – der fiese Automatismus

Unbewusstes Essen - der fiese AutomatismusUnbewusstes Essen – der fiese Automatismus (und einige Tipps, was Du dagegen tun kannst!)

Vielleicht kommt Dir diese Situation bekannt vor? Du bist gerade von etwas total genervt oder frustriert und plötzlich ist er da: DER JIEPER! Der Heißhunger, der „Gluscht“ – wie auch immer Du ihn bezeichnest. Jedenfalls brauchst Du jetzt etwas zu essen. Am besten etwas Süßes (oder manchmal auch ein großes Stück Wurst). Aber eigentlich denkst Du da jetzt gar nicht so wirklich drüber nach. JIEPER – Schokolade, Gummibärchen, wasauchimmer – sofort!
Und ehe Du überhaupt wahrnimmst, was Du da gerade tust, ist die Hand in der Schublade, der Süßkram ausgepackt und weggehapst! Inhaliert, einfach so. Oha, und jetzt meldet sich doch aus der hinteren Ecke ganz leise, aber vernehmlich das schlechte Gewissen. Du wolltest doch nicht mehr …

Süßigkeiten(Fies, oder?)

Halt, Stop! Spulen wir die Szene mal zurück und schauen wir doch mal, was da jetzt genau mit Dir passiert ist.  Er hat nämlich gerade zugeschlagen – der fiese Automatismus.

Was der Automatismus mit Dir macht und warum er so übermächtig ist

Du weißt, je öfter wir etwas tun, um so mehr schleift sich die Gewohnheit ein. Je öfter Du Auto fährst, um so sicherer wirst Du. Je öfter Du Dich in einer Fremdsprache unterhältst, um so automatischer hast Du die Wörter parat.
Gewohnheiten sind ja eigentlich etwas Nützliches, das habe ich in diesem Blogartikel schon mal näher beleuchtet. Beim „Jieper“ geht die Gewohnheit aber eher  in eine unschöne Richtung.

Und noch etwas überwältigt Dich hier: Dein evolutionäres Programm. Dieses Evolutions-Programm, das so tief in uns allen drinsteckt und bei Stress nur eine Lösung kennt: Den Stress sofort eliminieren – angreifen oder flüchten. Auf jeden Fall irgendeine Aktion.
Und da hast Du es: Heute kannst Du aus der stressigen Situation eben nicht mehr einfach rausgehen oder dem, der Dich stresst, eins draufgeben. Du brauchst eine andere Lösung.

Wenn wir dann etwas essen, bekämpfen wir den Stress an zwei Fronten:
Zum einen geht das Feuerwerk an Glückshormonen im Kopf los, das uns signalisiert, „es ist alles in Ordnung, niemand tut mir was, ich komme mit der Situation klar“.
Zum anderen wird durch das Kauen der Stress in Bewegung umgeleitet (funktioniert besonders gut bei Chips & Co. …) und so durch die Kaubewegungen die Anspannung abgebaut.

Schön und gut, jetzt kennst Du den Hintergrund, WARUM das Ganze passiert. Aber eigentlich willst Du ja nicht mehr auf diesen Jieper anspringen – was tust Du denn jetzt dagegen? Hier habe ich erstmal noch einen sehr wichtigen Impuls für Dich.

Den fiesen Automatismus kannst Du unterbrechen

Diese Sollbruchstelle ist der Punkt zwischen der Stresswahrnehmung (dieses Man ey!-Gefühl) und dem automatischen Griff zum Süßkram.

Der wichtige Moment ist der, wenn Du registrierst, dass Du genervt bist.

Lass diesen Moment zu, nimm ihn ganz bewusst wahr. Wenn Du da kurz innehältst, hast Du die Sollbruchstelle direkt vor Dir. Meine dicke Empfehlung: Mach jetzt irgendetwas anderes. Es ist okay, jetzt was Süßes zu essen, aber mache vorher noch etwas anderes!

Und wenn Du fertig bist mit dem „erst noch was anderes machen“, dann stelle Dir diese Frage und höre genau in Dich hinein: „Will/Muss ich jetzt überhaupt noch etwas essen?“
Nein? – Wie wunderbar, Ziel erreicht!
Ja? – Okay, dann iss. Du wirst merken, dass Du ISST und nicht INHALIERST.

Aha, okay – aber was kannst Du denn anderes vorher machen?
Hier habe ich ein paar bewährte Tipps für Dich – probier Dich doch mal durch! 🙂

 

Meine Tipps für die Sollbruchstelle – äh, den Automatismus

1. Eine Minute bewusstes Atmen / Atemmeditation
Eine Minute lang einfach nur einatmen, ausatmen – nur das, nichts anderes.

2. Zwei Minuten bewusste Muskelentspannung von den Füßen bis zum Kopf
Nacheinander jeweils ein Körperteil anspannen, die Anspannung kurz halten und wieder loslassen – rechter Fuß, linker Fuß, rechtes Bein, linkes Bein, bis nach oben.

3. Zwei Minuten Kopfkreisen oder andere Lockerungseinheiten

4. Eine Runde spazieren um den Block, ums Haus, die Straße rauf und runter

5. Die Hände ausgiebig mit einer für Dich angenehmen Handcreme eincremen
Mein persönlicher Geheimtipp, hat den dreifachen Vorteil, dass die Creme nicht essbar ist, durch den Duft das Hirn auf andere Emotionen gebracht wird und auch noch die Hände gepflegt werden! Und passt in jede Tasche.

6. Einige Minuten auf ein schönes Bild, durch das Fenster nach draußen, auf einen schönen Gegenstand schauen.

7. Bewusst mit einem Stift spielen
Noch ein Geheimtipp. Klemm Dir einen Stift zwischen die Oberlippe und die Nase und versuche ihn dort festzuhalten. Das aktiviert die Muskeln, die auch zum Lachen gebraucht werden. Unser Kopf unterscheidet nicht zwischen Lachen und dieser Muskelanspannung – er gibt mal einfach ein paar Glückshormone frei.

8. Jongliertücher/Jonglierbälle
Ein bisschen fortgeschritten, aber den Versuch wirklich wert. Jongliertücher sind einfach zu handhaben, Jonglierbälle haben die Tendenz auf den Boden zu fallen und wegzurollen. Wenn Du aber zehnmal dem Ball hinterhergerannt bist, hattest Du gerade eine klasse Sporteinheit. 🙂

9. Anti-Stress-Ball / Flummi
Die etwas einfachere Version von 8. Und so ein Ball kommt auch mal freiwillig zurück. Notfalls kannst Du da Deinen ganzen Stressfrust reinlegen!

10. Musik
Okay, manchmal muss es dann Heavy Metal sein, kann ich nachfühlen. Aber es gibt auch Ohrwürmer, bei denen wir meistens unfreiwillig ein Grinsen kriegen. Ich sag nur
Hakuuunaaaa Matataaa          🙂
Manamana (düp-düüp-düdüdüdüp)    🙂

So, und wenn der Jieper dann immer noch mit den Fäusten auf den Tisch trommelt, dann fütter ihn. Aber ich glaube, das wird immer seltener der Fall sein. Und Du bist auf jeden Fall aus dieser fiesen Automatismus-Falle raus!

Der Weg aus der Automatismusfalle nochmal kurz zusammengefasst:
– Den Stressmoment wahrnehmen und zulassen, have a break.
– Essen ist okay, aber vorher noch irgendetwas anderes machen.
– Frage Dich danach, ob Du wirklich noch was essen willst.
– Wenn ja, dann tu genau das und genieße den süßen Augenblick – es ist okay!
– Wenn nein, weiter mit der Tagesordnung.

Erzähl mir doch, was Du ausprobiert hast und wie es Dir damit ging!

Und vor allem: Bleib selbst-bewusst
Deine Anja

P. S.: Brauchst Du mehr solche Tipps? Die gibt es auch regelmäßig in meinem monatlichen Futter-, äh Newsletter.  Den kannst Du auf meiner Webseite abonnieren.

Mal angenommen, … (Frage an meine Leser)

Blogtitel Mal angenommen

„Beständig ist allein der Wandel!“
Dieser Satz trifft es wohl  ziemlich gut – nur wenig bleibt, wie es ist, und manchmal braucht man Platz für etwas Neues.

Etwas Neues bei mir, hmmm – ja, da gibt es schon etwas, was gerne in die Welt möchte. Aber weil ich ja nicht einfach ins Blaue werkeln will, sondern meine Arbeit für Dich wertvoll und erfolgreich sein soll, will ich Dich heute etwas fragen:

Mal angenommen, es gäbe einen Kurs, der Dir weit weg von Kalorienzählen, Messen, Wiegen, Verkneifen und Verzichten vermittelt, wie Du „besser essen“ in Deinem Leben und in Deinem Alltag verankern kannst.
Mal weiter angenommen, da kommen auch so Themen vor wie „gute und schlechte Lebensmittelfreunde“, „Essen genießen“, „Raum für wert-volles Essen in Deinem Leben“ – also sehr viel, was VOR dem Kochen und Essen stattfindet.

Angenommen, diesen Kurs könntest Du zuhause in Deinem eigenen Tempo, in Deinem eigenen Umfeld machen – alles, was Du für den Kurs brauchst, kommt ganz praktisch in Dein E-Mail-Postfach.

Noch weiter angenommen, bekommst Du in diesem Kurs Tipps und Inspirationen, wie Du in stressigen und frustigen Momenten anders handeln kannst als zu essen …

Und wenn wir annehmen, dass da nicht „besser essen“, sondern „selbst-bewusst essen“ steht:

WIE würdest DU Dir diesen Kurs wünschen?
Schaust Du gerne ein Video oder hörst Du Dir die Einheit lieber an – oder bist Du eher der Lese-Fan?
Wie viele Einheiten wären für Dich okay? Vier, fünf, sechs?
Würdest Du die Option auf ein persönliches Gespräch gut finden?
Wie müsste so sein Kurs sein, damit er Dir was bringt?
Und wie würde Dich die Info am besten erreichen, dass es so einen Kurs gibt?

Sag doch mal … !!

Du siehst, ich würde mich über Deine Rückmeldung wirklich freuen. Vielleicht hast Du diese Fragen an Dich ja auch schon in meinem letzten Newsletter gelesen und jetzt fällt Dir spontan etwas dazu ein? Nur her damit! Ich möchte einen Kurs gestalten, der Dir wirklich etwas bringt. Schreib mir gerne eine E-Mail an kontakt@selbst-bewusst-essen.de.
(Aus diversen Gründen habe ich ja die Kommentarfunktion in meinem Blog abgestellt.)

Das ist Deine Chance, diesen Kurs von Anfang an mitzuerleben – die Planung, die Entstehung und am Ende der fertige Onlinekurs.

Hat abnehmen etwas mit loslassen zu tun?

Titel: Hat abnehmen etwas mit loslassen zu tun?Im letzten Blogartikel ging es ja darum, dass vor dem klaren Ziel und dem Weg dorthin in Sachen Gewicht, abnehmen, anders essen etc. die Entscheidung steht. (Hier kommst Du zu dem Artikel).

In diesem Gedankengang ist mir aber noch eine andere Sache aufgefallen, die auch ganz viel mitspielt, um die gesteckten Ziele zu erreichen. Jetzt geht es genau darum:

Hat abnehmen etwas mit loslassen zu tun? Und wenn ja, was?

(Oder auch „gesünder essen“, „mehr Sport machen“ – you name it.)

Die Entscheidung für oder gegen etwas zu treffen, ist ja schon nicht ganz einfach.  Wir möchten uns nämlich gerne alle Optionen offenhalten. Das ist normal und menschlich – hilft aber nicht wirklich, um vorwärts zu kommen.

Aber wenn wir uns entscheiden, heißt das auch immer, dass wir eine Sache tun und eine andere Sache eben nicht tun. Hoppla, schon der erste Punkt mit dem Label „Loslassen“ …

1. Loslassen: Optionen
Zugegeben, es erfordert ein bisschen Übung und Überwindung, Dinge auch mal schulterzuckend sein zu lassen. Im Fall von „Essgewohnheiten ändern“ heißt das konkret, vor dem Supermarktregal zu stehen und zum Beispiel das superduper-Fitness-Wellness-LebeToll-Müsli im Regal zu lassen. Weil Du Dich konsequent daran hältst, die Zutatenliste und die Nährwerttabelle anzuschauen und feststellst: Ups, passt nicht mehr ins Schema – geht nicht ins Einkaufskörbchen! Auch wenn das Müsli Dich noch so sehr anbrüllt, wie gut es doch für Dich ist. (Gilt auch für Cola, Riesendosen Süßkram undendlossoweiter)

Und da kommt auch schon das nächste Loslassen um die Ecke:

2. Loslassen: Gewohnheiten
Oh nein, ich schreibe jetzt bewusst nicht „schlechte Gewohnheiten“ – Gewohnheiten sind per se erstmal nicht schlecht. Im Gegenteil, sie sollen uns unser Leben erleichtern. Wenn Du jedesmal beim Nachhausekommen den Schlüssel ans Schlüsselbrett hängst, musst Du nie suchen. (Was ich übrigens sehr empfehlen kann! 🙂 ) Wenn wir jedesmal darüber nachdenken müssten, wie wir einen Stift benutzen oder eine Tür öffnen, dann wäre unsere Oberstübchen-Festplatte bis zum Anschlag ausgelastet.
Eine Gewohnheit ist es zum Beispiel auch, bei jedem Einkauf eine kleine Belohnung mit einzupacken: Die Tüte Gummibärchen, das Croissant vom Bäcker. Oder auf dem Weg zur Arbeit einen Coffee to go zu holen.
Aber das sind solche Gewohnheiten, die es gilt loszulassen, auch wenn Du sie richtig liebgewonnen hast. Damit das einfacher wird, suchst Du Dir Alternativen! Belohnen kannst Du Dich auch mit etwas anderem, Du kannst einen anderen Weg in die Arbeit nehmen oder Dir Dein Ziel und Deine Entscheidung bewusst machen.

3. Loslassen: Die Meinung anderer Menschen
Hups, noch so ein dicker Brocken. Aber es ist ja schon auch ein Phänomen: Kaum haben wir uns für etwas entschieden – das mache ich jetzt so! – dann kommen von allen Seiten gut gemeinte Ratschläge und unaufgeforderte Kommentare, wie es der- oder diejenige geschafft hat, was doch noch viel besser wäre, und das bringt doch gar nix?!
Und jedesmal von Neuem der Zweifel: Was, wenn ich es jetzt wirklich nicht richtig mache? Wenn es anders doch besser wäre?
Hier kann ich Dich nur mit dem Impuls und dem Gedanken unterstützen: Bleib bei Dir! Bleib selbstbewusst und steh zu dem, was Du für Dich entschieden hast!
In so vielen Fällen wollen die gut gemeinten Tipps nicht den Empfänger vorwärtsbringen, sondern den Geber ins bessere Licht rücken …

4. Loslassen:  Deine Vergangenheit
Keine Sorge, Du musst Dich nicht komplett umkrempeln und neu erfinden. Aber mit welchem Spruch bist Du vielleicht aufgewachsen? Bei mir war es „Kind, iss Deinen Teller leer, die armen Kinder in Afrika …“. Aufstehen durfte ich erst, wenn ich aufgegessen hatte. Oder Du hast gelernt, dass braves Verhalten mit Süßigkeiten belohnt wurde, gute Noten mit einer Tafel Schokolade, oder dass Essen Dein Freund war, wenn Dich alle anderen verlassen hatten …
Unsere Kindheit prägt uns mehr, als wir das oft wahrhaben wollen. Und negative Glaubenssätze hängen uns lange nach. Das Schöne ist aber: Als Erwachsene dürfen wir uns auch erlauben, Vergangenes abzuschließen und uns neu auzurichten. Jetzt bist Du selbst erwachsen und musst selbst für Dich sorgen – aber das darfst Du mit Verhaltensmustern tun, die Dir nicht schaden!

Ich glaube, die Frage, ob abnehmen etwas mit loslassen zu tun hat, ist schon beantwortet. Ja, hat es! Wir müssen etwas Altes loslassen, damit etwas Neues in unser Leben kommen kann!

Wir müssen etwas Altes loslassen, damit etwas Neues in unser Leben kommen kann!

Glaube mir, das ist nicht so anstrengend, wie es sich jetzt vielleicht anhört. Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich sagen: Außerhalb der Komfortzone ist das Leben manchmal viel einfacher – und macht viel mehr Spaß!
Klar ist es nicht leicht, Gewohnheiten zu verändern. Lohnt es sich? Auf jeden Fall!

Deshalb ist es mir in meiner Arbeit so wichtig, Dir nicht nur das nötige Wissen über Deine Ernährung zu vermitteln, sondern auch das Gefühl für Dich selbst, Deine Möglichkeiten, Deine Stärken – und die neue Freundschaft mit Deinem Körper!

Lass los - dann kannst Du leichter fliegen!