10 “Lebensmittel”, die ich nicht mehr kaufe

10 “Lebensmittel”, die ich nicht mehr kaufe

– und ich erzähle Dir auch, warum 🙂

Als ich vor vielen Jahren angefangen habe, mich intensiver mit meiner Ernährung auseinanderzusetzen, hatte ich erst einmal nur im Sinn, BEWUSSTER damit umzugehen. Dann habe ich allerdings gemerkt, dass es da so viele kleine Bausteinchen gibt, die mit reinspielen. Ich ging also noch tiefer in diese Materie hinein – weil ich wissen und herausfinden wollte, was FÜR MICH wichtig ist.

Da waren dann ganz viele Überlegungen mit dabei: Plastikverzicht, Minimalismus, Herstellungs- und Vertriebswege, Konsumverzicht …. und natürlich auch: Was tut meinem Körper gut? Was braucht er wirklich essentiell? Und immer wieder kam der Gedanke in meinen Kopf: Brauchen wir eigentlich diese hunderttausende Artikel, die so in den Lebensmittelregalen liegen? Die eigentliche Frage ist …

CUI BONO – Wem nützt es?

Ich begann also, ganz genau hinzuschauen bei meinen Einkäufen. Und stellte fest, dass die Regale voll sind von Dingen, die wir nun wirklich nicht brauchen. “Lebensmittel”, die nur hergestellt werden, um auf dem Markt zu sein, den Konsum anzukurbeln und Geld auszugeben. Oh, ich lasse mich aber überhaupt nicht gerne vor irgendeinen Karren spannen … (deshalb ist es in meiner Arbeit ja auch mein Ziel, meine Kundinnen für solche Manipulationen zu sensibilisieren).

Beim letzten Wocheneinkauf fiel mir wieder einmal auf, was ich eigentlich alles NICHT kaufe.  Deshalb teile ich heute diese kleine Liste mit Dir. Was das für Vorteile hat – also, in meinen Augen sind es nur Vorteile – darauf gehe ich anschließend noch ein.

Los geht’s:

“Lebensmittel”, die ich nicht mehr kaufe

1. Joghurt, Pudding & Co.

Kennst Du dieses endlose Regal mit Molkereiprodukten? Von denen “mit der Ecke” bis zu denen, die rechts-, links- oder durchdrehen?

Ganz ehrlich: Natürlich ist da gar nichts mehr. All diese Produkte im Kühlregal sind künstlich hergestellt, pure Chemie mit zu viel Zucker. Nichts, was dem Körper guttut – brauchen tun wir die ganz sicher nicht.

Wenn, dann kaufe ich Quark und Joghurt pur, ohne irgendwelche Zusätze. Generell verzichte ich aber lieber auf Milchprodukte. Weil mir die Produktionsbedingungen nicht gefallen, weil nichts Natürliches mehr dran ist, weil da vieles gesünder geredet wird als tatsächlich ist.

Molkereiprodukte Kühlregal 1

Molkereiprodukte Kühlregal 2

 

Molkereiprodukte Kühlregal 3

 

2. Abgepacktes Brot

Das war das erste, was von meiner Liste geflogen ist. Abgepacktes Brot gibt es nur in Plastikverpackungen, und die wollte ich ja ganz ursprünglich nicht mehr. Aber dieses abgepackte Brot ist auch nur ein künstlich hergestelltes, billig produziertes, chemisch aufgepepptes Industrieprodukt.

In meinem Regal läuft übrigens immer noch der Langzeit-Versuch mit solchen Brotpackungen. Alle drei Packungen sind im Frühjahr 2019 abgelaufen und kein bisschen äußerlich verändert. Kein Schimmel, gar nix. Also kann außer Konservierungsmitteln gar nichts Wertvolles drin sein. Okay, dafür gebe ich mein Geld nicht aus.

abgepacktes Brot 1

abgepacktes Brot 2

 

3. (Tiefkühl-)Fertigessen

Genau, ich meine TK-Pizza und alle anderen Kühl- oder Tiefkühl-Aufback-Angebote. Auch hier: Zu viel Fett, zu viel Chemie und billige Zutaten, die teuer verkauft werden. Hier winkt die eingebaute Minna, die angeblich Zeit sparen soll, aber eben mit anderen Nachteilen bezahlt wird. Schnelle, chemische Küche.

Die Argumente “keine Zeit” und “ich kann nicht kochen” lasse ich nur bedingt gelten. Da gibt es andere Möglichkeiten, um leckeres Essen zu zaubern!

Fertiggerichte 1

Fertiggerichte 2

 

4. Tüten für Fix-dies und Fix-das

Äääh, nein! Absolut unnötig und überflüssig! Hier wird uns eingeredet, wir bräuchten für jedes Essen eine ganz spezielle Mischung zum Würzen. Bullshit! Billigste Inhaltsstoffe werden hier gut verkauft. Ich lasse mir nicht vorschreiben, wie mein Essen schmecken soll.

Eine weitere Absicht dahinter: Essen soll immer gleich schmecken, und jeder Mensch soll bitte den gleichen Geschmack haben. Dass Essen Natur ist und von Natur aus immer unterschiedlich schmeckt – das soll uns abtrainiert werden. Nö!

Übrigens: Diese Gläschen für Brühen kaufe ich auch nicht mehr. Hier findest Du mein Rezept für leckere selbstgemachte Gemüsebrühe.

Fix-Tüten 1

 

5. Fertigsoßen – für Salate, zum Grillen & Co.

Uh, auch hier winkt die Chemie mit der ganz großen Keule. Tausend Sorten, die immer die gleiche Grundlage haben und sich nur in Nuancen unterscheiden.

Mit Joghurt, Senf, gutem Öl, ein paar wenigen Gewürzen und Kräutern sind Salatsoßen echt kein Hexenwerk. Auch Grillsoßen sind schnell und lecker selber zu machen – wenn sie überhaupt gebraucht werden. Wozu? Um den Eigengeschmack von einem guten Stück Fleisch mit einer Würzsoße zu ersticken? Hmmm …

Fertigsoßen 1

 

6. Cerealien

Auch da kennst Du sicher das endlose Regal mit dem ganzen Frühstücks-Zeug. Hunderte Anbieter in zig Geschmacksrichtungen. Ich fürchte, Du kennst meine Aussage jetzt schon: Hier wird mit angeblicher Gesundheit Geld verdient. Zu viel Zucker, zu viel Chemie, zu hoch verarbeitet – all das braucht unser Körper nicht! Du tust ihm damit nichts Gutes!

Ja, ich weiß, die Verpackungen signalisieren Dir etwas anderes. Aber damit komme ich wieder zur Eingangsfrage zurück: Cui bono – wem nützt es? Dir oder den Herstellern?

Es reichen pure Flocken aus verschiedenen Getreidearten, eine Banane oder anderes Obst, vielleicht auch Nüsse, ein purer Joghurt. (Oder auch eine Pflanzenmilch.)

Ganz einfach: Alles, was “crunchy” ist, ist purer Zucker. Irgendwie müssen die Einzelteile ja zusammenkleben …

Cerealien 1

 

7. Abgepackte Wurst

Hier möchte ich ganz klar die billige Massenproduktion nicht unterstützen. Wenn ich darüber nachdenke, wieviel von diesen plastikverpackten Wurstsachen in einem Supermarkt in den Regalen liegen und ich das dann auf die Anzahl der Supermärkte in Deutschland oder in Europa oder auf der ganzen Welt hochrechne – wird’s mir schwindelig. Wo kommen die Zutaten dafür denn her, wenn nicht aus billigster Massentierhaltung? Ähm, nein – möchte ich bitte nicht.

Apropos Plastik: Das Ding ist – hier kommen Fett und Plastik zusammen. Fett kann bestimmte Bestandteile aus der Plastikverpackung herauslösen, die dann in die Wurst übergehen. Und gerade diese Plastik-Weichmacher sind stark im Verdacht, dick zu machen!

 

8. Süßkram

Jetzt denkst Du vielleicht, “Ach neee Anja, nicht auch noch das! Soll ich jetzt auch noch auf Gummibärchen und Schokolade verzichten?”

Nein, nicht unbedingt. (Pssst, das tu ich auch nicht. 😉 ) Aber: Auch hier wird ein Grundprodukt in tausend Variationen angeboten, die einfach absolut überflüssig sind. Und – Du ahnst es – es ist reine, pure Chemie …

Schau beim nächsten Einkauf doch einfach mal genauer hin: Was bekommst Du hier wirklich angeboten? Und müssen so viele Varianten davon sein? Hier soll Dir als Verbraucherin oder Verbraucher nur eine Auswahl vorgegaukelt werden. Wozu brauchen wir da ständig neue Variationen?

Süßkram 1

 

9. Getränke in Plastikflaschen (alkoholfreie Getränke, wohlgemerkt)

Meiner Meinung nach der einfachste Punkt, an dem man etwas in seiner Ernährung verändern kann. Auch hier gilt: Bestimmte Inhaltsstoffe aus der Plastikverpackung gehen in den Inhalt über. Nicht gesund, gar nicht gesund …

Der Umweltaspekt ist mir auch hier sehr, sehr wichtig – Plastik heißt immer auch Erdöl und die damit verbundenen Folgen.

Und: Die meisten dickmachenden Getränke werden in Plastikflaschen und Tetrapacks angeboten. Alle fancy Limonaden, Cola & Co., Mixgetränke in komischen grellen Farben … HIER ist echtes Einsparpotential, wenn es um das Thema Gesund Ernähren und/oder Abnehmen geht.

Schau Dich gerne mal in Deinem Supermarkt in der Getränkeabteilung um: Welche Getränke werden in Glasflaschen angeboten?

 

10. Fertigkuchen & Co.

Ja, ich meine die fertig vorproduzierten “Kuchen”, Kuchenböden, Pfannkuchen und Sonstiges in der Flasche.

Auch hier steht für mich der Gedanke an die Massentierhaltung dagegen. Die “Eier” in solchen Produkten (eher: Trockenei) stammen aus widerwärtigsten Käfighaltungen – und wenn nicht, ist das Ei chemisch hergestellt. Wo sonst sollen die ganzen Eier in den benötigten Massen herkommen?

Mal ehrlich: Ein Rührkuchen ist nun auch keine Raketenwissenschaft,  und wenn Du sowieso noch Zutaten dazugeben musst (zum Beispiel bei diesen komischen Pfannkuchen-Flaschen) – dann kannst Du Mehl, Milch, Zucker und Eier auch selber zusammenrühren!

Fertigkuchen

 

11. Bonus: Last but not least – alles, was mich als Verbraucherin (entschuldige bitte) verarscht

Darunter fallen so komische Dinge wie Rührei-Gewürz, so Sachen wie eben diese Pfannkuchen-Teig-Flaschen und etliches mehr. Alles, was mich denken lässt “Häh, für wie blöd halten die mich eigentlich?”

Rührei-Gewürz 1 Rührei-Gewürz 2

Da kommt meine ganz große Bitte an Dich: Lass Du Dich bitte auch nicht mehr für dumm halten und verkaufen, ja?!

 

Und wo bleibt der Genuss?

Hm, diese Aufzählung von “Lebensmitteln”, die ich nicht mehr kaufe, hört sich jetzt möglicherweie freudlos an und nach “die gönnt sich ja gar nix”. Aber nein, das stimmt nicht. Mein Einkaufswagen ist trotzdem jede Woche gut gefüllt, und da sind auch so Sachen wie Schokolade dabei. ABER: Mein Anspruch ist es, gute und wertvolle Lebensmittel einzukaufen, die meinem Körper zumindest nicht schaden. Ich möchte kein Plastik (soweit es geht), ich möchte keine Chemie. Das ist eben mein Maßstab.

 

Und was habe ich davon?

Für mich überwiegen bei dieser Konsumverweigerung ganz klar die Vorteile – und vielleicht ist das ja auch für Dich überzeugend?

1. Ich spare jede Menge Geld beim Wocheneinkauf. Auch kleine Beträge summieren sich nämlich ganz schön.

2. Ich spare auch jede Menge Zeit beim Einkaufen, weil ich ganz viele Abteilungen getrost ignorieren kann und da gar nicht hin muss.

3. Ich sorge für ein gutes Karma – zumindest aber für ein gutes Gefühl für mich.

4. Ich tue meinem Körper etwas Gutes und versorge ihn mit wertvollem Essen.

5. Ich lasse mich nicht manipulieren und vera… – und ich hoffe, dass das noch ganz viele Menschen auch nicht mehr tun. Selbstwertschätzung rules!

6. Ein bisschen Rebellion schadet nie! – Ich esse eben nicht alles, was mir die Hersteller vorsetzen. Und das macht auch mal diebische Freude. 🙂

 

Fazit

Meine Liste ist natürlich nicht maßgeblich für alle Menschen. Sie ist mein Maßstab und das, was ich für mich umsetzen kann und will. Aber vielleicht kann ich doch damit inspirieren und anregen, beim nächsten Einkauf einmal genauer hinzuschauen und die eine oder andere Idee mitzunehmen!

 


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In diesem Sinne: Bleib selbst-bewusst!
Deine Wegweiserin im Ernährungsdschungel

Foto Anja Rödel - Wegweiserin im Ernährungsdschungel

 

2 Gedanken zu „10 “Lebensmittel”, die ich nicht mehr kaufe

  1. Ich musste so schmunzeln. Mir ist nämlich irgendwann aufgefallen, dass ich im Supermarkt an manchen Regalreihen völlig ungerühert vorbeigehe. Ich wüsste gar nicht, was ich da mitnehmen sollte 🙂
    So konsequent wie Du bin ich nicht in allen Gebieten. Aber ich schaue schon, was ich kaufe. Backmischungen sind für mich z.B. okay, wenn bei den Inhaltsstoffen nichts steht, was ich nicht auch in einen Kuchen tun würde.

    1. Liebe Dagmar, danke fürs Mitschmunzeln. 🙂
      Bei den Backmischungen ist mein Gedanke so: Ich habe sowieso Zucker, Mehl und Backpulver zuhause.
      DAS krieg ich nun auch noch abgewogen … aber ich verstehe das, wenn es um “exotischere” Kuchen geht.

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