Wozu eine Ernährungsberatung? Oder: Die Reise zur Vernunft

“Ich weiß ja, was ich falsch mache. Ich sollte mehr gesunde Sachen essen, ich sollte regelmäßiger essen, ich sollte auf Schokolade und Chips verzichten und mich mehr bewegen. Wozu brauche ich denn eine Ernährungsberatung?”

Das ist eine berechtigte Frage. Denn in der Tat: Am mangelnden Wissen, wie es geht, liegt es nicht, dass die Kilos nicht weniger werden. Regalmeter an Ratgebern, Dutzende Foren und Tausende Internetseiten schreiben in schönen Worten, wie die Ernährung eigentlich auszusehen hat, und verlocken mit wunderschönen Bildern und noch mehr Motivation.

Was bringt also eine Ernährungsberatung? Diese Frage beantworte ich gerne mit einem Zitat aus Tabaluga oder Die Reise zur Vernunft  (Kennt das noch jemand? Habe ich jetzt mein Alter verraten? ;-) ): “Wenn Du die Vernunft suchst, darfst Du nicht im Trüben fischen!”

Nicht im Trüben fischen – das ist das Zauberwort! Immer wieder erlebe ich in den Gesprächen mit meinen Kunden, dass die Ursachen für das Übergewicht an den völlig falschen Stellen gesucht werden: “Ich esse zu viel!” “Ich esse zu unregelmäßig!” “Ich esse zu fett!” – doch bei genauem Hinsehen zeigt sich, dass oft ganz andere Faktoren den Ausschlag geben. So werden wahllos aktuelle Ernährungsratschläge oder Radikaldiäten ausprobiert, exotische Superfoods eingekauft, obskure Methoden aufgegriffen, ohne die eigentlichen Ursachen für die Gewichtszunahme zu kennen und vielleicht abstellen zu können.

Eine Ernährungsberatung leistet genau das: Sie findet zuallererst den aktuellen Stand des Kunden heraus: Wie ist die Ernährung bisher – was daran ist gut und wo sind die Schwachstellen? Und warum ist sie, wie sie ist? Erst dann kann wirklich sinnvoll im gemeinsamen Gespräch überlegt werden, wie viele Kilos in welchem Zeitraum purzeln können und welche Umstellungen dafür überhaupt notwendig und vor allem – ganz besonders – alltagstauglich sind.

Oder wie ich es auch gerne vergleiche: Wenn Sie Ihren aktuellen Standort nicht kennen und nicht wissen, wo genau Sie hinwollen – dann nützt Ihnen auch das beste Navi nichts! Oder?

Die Ernährungsberatung ist der beste Ausgangspunkt, um Klarheit in das Thema “Meine Ernährung” zu bringen – ganz neutral, ohne erhobenen Zeigefinger, persönlich, maßgeschneidert und mit einem klaren Leitfaden durch den Ernährungsdschungel. Noch besser: Kein schlechtes Gewissen mehr wegen dem (vielleicht vermeintlich) ungesunden Essen! Wäre das nicht unglaublich erholsam?

 

Selbermacher – Gemüsebrühe-Pulver

Manche “kleinen Helfer” in der Küche sind so etabliert und selbstverständlich, dass man bei der Verwendung gar nicht darüber nachdenkt. Gläser mit Pulver für Gemüse-, Hühner- oder Rinderbrühe zum Beispiel. Ich habe die viele Jahre auch verwendet, weil es einfach praktisch ist. Ich bin zwar irgendwann von “konventionell” auf “bio” umgestiegen, aber letztendlich ist der Inhalt der gleiche.

Die Zutatenliste liest sich so:
Meersalz, Maisstärke, Glukosesirup, Palmöl, Zwiebeln, Hefeextrakt, Karotten, Sellerie, Petersilie, Lauch, Curcuma, Macis, Liebstöckelblätter, Sellerieblätter, Pfeffer.

Den mengenmäßig größten Anteil macht also Salz aus, gefolgt von mehr oder weniger fragwürdigen Zusätzen (Maisstärke für die Bindung, Glukosesirup ist nichts anderes als Zucker, Palmöl ist auch in bio umstritten – und Hefeextrakt dient als Geschmacksverstärker). Nicht gerade das, was ich unter Gemüse verstehe …

Inzwischen allerdings gehört Gemüsebrühe bei mir in die Kategorie “muss ich nicht mehr kaufen” – denn die ist wirklich ganz leicht selbst gemacht!

Ich nehme einfach

1 Stange Lauch (Porree)
2 Karotten
1 kleine Zwiebel
1 Stück Sellerie
1 Büschel Petersilie
2 Eßlöffel grobes Meersalz.

Das Gemüse und die Petersilie putze und wasche ich, schneide es in feine Stücke, dann gebe ich alles in einen hohen Rührbecher und püriere mit dem Stabmixer alles so fein wie möglich. Anschließend das Meersalz dazu und noch einmal gründlich durchmixen. (Es bleiben immer ein paar gröbere Stücke drin, das macht überhaupt nichts.)

Abgefüllt in gut gereinigte Schraubgläser und im Kühlschrank aufbewahrt, hält die Mischung gut ein halbes Jahr, das Salz sorgt für die Konservierung.

Diese Menge an Gemüse ergibt bei mir etwa zwei bis drei kleine Einmachgläser.
Für die Soßen oder zur Bindung verwende ich einen großzügigen Teelöffel, für Suppe ein bis zwei Eßlöffel pro Teller. Man kann die Zutaten auch prima variieren, je nachdem was gerade im Vorrat ist.

Der Vorteil: keine Chemie, sehr viel mehr Geschmack und Frische – und wieder ein Stück Unabhängigkeit! :-) Probieren Sie es doch einfach einmal aus!

Gemuesebruehe

 

P. S.: Hühner- und Rinderbrühe benutze ich gar nicht mehr, die Gemüsebrühe reicht vollkommen aus. Denn eigentlich soll der Geschmack ja vom Fleisch bzw. vom Geflügel kommen, nicht aus “Aromen” …

Aus dem Nähkästchen

Oder: Wie kocht eigentlich eine Ernährungsberaterin?

“Machst Du eigentlich beim Kochen irgendetwas besonders oder wie kochst Du?” Diese Frage höre ich häufiger, und ich beantworte sie gerne! Denn ganz ehrlich: Ich koche auch nur mit Wasser! Doch, doch! Bei mir gibt es keine aufwendig inszenierte Kochkunst, ich mag erprobte Gerichte, die ich innerhalb von 20 bis 30 Minuten auf den Tisch bringen kann. Neue Rezepte, die mehr als sechs oder sieben Grundzutaten haben oder exotische Gewürze verlangen, sind mir suspekt. Kochen muss für mich praktisch sein, zumindest an Werktagen. Am Sonntag darf es dafür dann auch mal etwas umfangreicher sein.

Naja, ein paar kleine Besonderheiten gibt es schon:
Zum einen: Ich koche gerne. Ich empfinde Kochen nicht als “Arbeit”, sondern als selbstverständlich. Deshalb sorge ich auch dafür, dass Kochen auch in den Details Spaß macht. Zum anderen: Frische, hochwertige Zutaten von guter Qualität und liebevolle Zubereitung sind wirklich schon die halbe Miete. “Fertigfutter” gibt es wirklich nur in absoluten Ausnahme- und Notfällen.

Heute also einige Fotos aus meiner Küche:

Essen1

Wer mich kennt, der weiß, dass ich Plastik so weit wie möglich (ver-) meide. Ich liebe es, Gewürze und Nahrungsmittel in Schraubgläsern und in allen möglichen Größen von Einmachgläsern aufzubewahren. Letztens habe ich mir sogar einen neuen Messbecher aus Porzellan gegönnt, nachdem ich mich über mein olles Plastikteil einmal mehr geärgert hatte. Auf dem Herd kocht eine Hackfleischfüllung für die Cannelloni vor sich hin, links im Bild Salz, Kräuterpfeffer, Chiliflocken und die selbstgemachte Gemüsebrühe.

Im Topf sieht das so aus:

Essen2

Rechts kann man das Olivenöl erahnen.
Ach ja, meine Kochtöpfe begleiten mich schon viele Jahre. Auch hier macht sich Qualität bezahlt!

Und dazu der erste, ganz stolz geerntete Salat aus dem eigenen Garten:

Salat1

Den gab es mit einem Dressing aus Joghurt, Salz, Knoblauch, Kräutern und Zitronensaft.
Mein Garten ist für mich immer noch ein kleines Wunderland. Ich habe ja erst in diesem Jahr angefangen mit Kräutern und Gemüse – ich bin gespannt, wie sich das alles entwickelt. Leider hat der starke Regen in den letzten Tagen einigen Salatpflanzen zugesetzt.

Tja, jetzt habe ich dummerweise kein Foto von den fertigen Cannelloni gemacht. Ich gestehe: Wenn ich Essen auf dem Tisch habe, vergesse ich das Fotografieren! ;-)

 

5 Gründe für den Einkaufszettel

Liebe Leser,

wie ist das bei Ihnen, wenn Sie einkaufen gehen? Schreiben Sie einen Einkaufszettel und gehen gezielt durch den Supermarkt oder kaufen Sie recht spontan das, was gerade nötig ist?

Ich weiß, “Einkaufszettel schreiben” ist etwas, was viele Leute als Idee gut finden, aber dennoch nie machen. Keine Zeit, spontane Einkäufe, keine Routine sind da Gegenargumente. Heute also mein Plädoyer pro Einkaufszettel.

Ich erledige meistens am Samstag Vormittag meinen Großeinkauf. Meistens bin ich sehr zeitig unterwegs, das kommt meinen Gewohnheiten sehr entgegen: Ich bin Frühaufsteher und habe am liebsten so schnell wie möglich alles getan, gleichzeitig mag ich nicht dann einkaufen, wenn alle anderen ebenfalls einkaufen. Ich genieße es, den Wagen durch recht leere Gänge zu bugsieren und ungehindert in die Regale greifen zu können. Der Lebensmitteleinkauf ist für mich eine Sache, die ich einfach und unkompliziert “abhaken” können möchte.

Deshalb bin ich seit vielen Jahren auch ein Fan von “Einkaufszettel schreiben”. Das klingt erstmal spießig, langweilig, vorschriftsmäßig – ist es aber nicht! Hier erfahren Sie meine fünf Hauptgründe, die für einen Einkaufszettel sprechen:

1. Nichts wird vergessen
Spontan geht das Olivenöl aus, das Reisglas ist auch schon bedenklich leer …  Geben Sie Notizblock und Stift einen festen Platz in Ihrer Küche und notieren Sie Dinge, die nachgekauft werden müssen, direkt und sofort! Wenn Sie Tage später versuchen, sich zu erinnern, dann fallen Ihnen diese Lebensmittel garantiert nicht ein.
Auch bei den in den nächsten Tagen geplanten Essen fehlt nicht plötzlich irgendetwas, nur weil man nicht wirklich alle Zutaten im Kopf parat hatte.

2. Zeitersparnis
Mit der Liste ist der Einkauf erheblich kürzer und strukturierter, weil Sie nicht ständig zurückrennen müssen oder ratlos vor den Regalen stehen mit dem Gedanken “Was koche ich bloß?” – Diese Denkarbeit haben Sie längst erledigt. Sie brauchen nur noch abhaken …

3. Wochenplanung und optimale Vorratshaltung
Dem Einkaufszettel voraus geht die Planung, wie die kommende Woche voraussichtlich aussieht und was an den einzelnen Tagen gekocht werden soll. Daraus folgt, welche Lebensmittel noch zuhause vorhanden sind und welche erst eingekauft werden müssen.
Die Vorteile: Sie können Ihre Mahlzeiten um Ihre Termine herumplanen, Sie brauchen weniger Platz im Schrank und Sie verbrauchen erst die Lebensmittel, die bereits eingekauft sind.

4. Geldersparnis
Ein Einkaufszettel schützt vor Spontankäufen! Sie kaufen nur das, was auch wirklich gebraucht wird. Nicht eben noch drei Packungen Nudeln (Sie wissen ja genau, dass noch Sie noch fünf zuhause haben.)! Keine Lebensmittel, die Sie ausprobieren möchten, weil Sie da letztens ein Rezept gefunden haben (Das könnte man ja mal …)! Keine zwei neuen ultimativen Teesorten zusätzlich zu den zehn Packungen zuhause – Sie kommen nämlich gar nicht am Teeregal vorbei. Auch wenn es sich bei den einzelnen Artikeln nur um Centbeträge handelt, summiert sich auch dieses nicht ausgegebene Geld durchaus zu einem ordentlichen Betrag.

5. Wider die Lebensmittelverschwendung
So viele Lebensmittel landen im Müll! Weil sie über das Mindesthaltbarkeitsdatum sind, weil sie sowieso nicht gegessen werden, weil sie vergammelt sind, weil sie einfach vergessen werden! Genau das passiert, wenn Sie den Überblick über Ihre Vorräte verlieren. Mit einem Einkaufszettel werden Sie erheblich weniger Lebensmittel wegwerfen. Das ist nachhaltig und wertschätzend. Schließlich werfen Sie doch auch äußerst ungerne Bargeld in den Mülleimer, oder?

Sicher gibt es noch mehr gute Gründe für einen Einkaufszettel. Das wichtigste aber ist: Das Aufschreiben muss zur Routine werden, nach der guten alten Küchenregel: “Wer etwas leer macht, füllt es wieder auf – oder schreibt es auf den Zettel.”

Ach ja, ab und zu passiert es mir auch, dass ich zwar fein säuberlich alles aufschreibe, aber dann den Zettel zuhause liegenlasse! Erst ärgere ich mich, dann versuche ich mich auf den Lerneffekt zu verlassen: Was wir einmal aufgeschrieben haben, behalten wir oft sehr gut im Gedächtnis! Also werden Sie trotzdem nach Ihrer Liste einkaufen gehen, weil Sie sich gut erinnern, was Sie alles notiert hatten. :-)

 

Vom “Entschlacken”

Hallo Frühjahr!
So langsam kommt der Frühling näher, wenn es auch zwischendurch immer noch mal wieder richtig kalt ist. Aber die ersten Frühjahrsblüher zeigen sich schon, und auch die Büsche und Bäume lassen schon erstes Grün erahnen. Von allen Jahreszeiten ist mir der Frühling am liebsten!

Frühjahr! Zeit für neue Energie, frischen Wind, neuen Mut – und eine Frühjahrskur? Allerorten liest und hört man jetzt wieder von entgiften, von detoxen, von entschlacken. Braucht der Körper denn einen “Frühjahrsputz”? Und wenn ja, wie geht der?

Auch unser Körper spürt neue Energien, möchte den Winter”schlaf” hinter sich lassen und frisch aufgetankt werden. Doch kann man wirklich entschlacken?

Ganz ehrlich: Bei dem Wort “Schlacken” denke ich zuallererst an Stahlindustrie, Hochöfen und Eisenverhüttung. Im Geiste sehe ich diese riesigen Schlackeberge vor mir, die dort anfallen. Und so soll es im menschlichen Körper aussehen?
Nein! Unser Körper hat zwei ganz tolle Entgiftungsorgane, die normalerweise absolut zuverlässig sind: Die Leber und die Nieren. Alles, was für den Körper nicht verwertbar oder ungut ist, wird hier verarbeitet und auf dem schnellsten Weg nach draußen befördert.
“Schlacken” gibt es im Körper keine. Wo sollten die auch sein? Und woraus bestehen sie genau? Wo werden sie gelagert? In den Organen? Im Blut? In den Blutgefäßen? Im großen Zeh?

Richtig ist, dass wir dem Körper helfen können, wieder in Schwung zu kommen. Dafür braucht es gar nicht viel: ausreichend trinken (am besten Mineralwasser und Tee), viel frische Luft (eine halbe Stunde zügig spazierengehen täglich reicht schon aus), reichlich Gemüse und Salat auf dem Tisch, möglichst kein Alkohol und keine Schokoriegel  – das schenkt neue Energie und macht frisch! Vielleicht ist auch noch Zeit für fünf Minuten täglich bewusste Entspannung, um dem Stress zu begegnen?

Was Sie nicht brauchen: Produkte, die Ihnen für viel Geld Entschlackung bzw. Detox versprechen. Lassen Sie sich nicht verunsichern – schauen Sie genau hin!

Frühlingsfrische Grüße – und bleiben Sie selbst-bewusst
Ihre
Anja Rödel