Zum Film Embrace

Tasse mit Titel Zum Film Embrace Du bist schönZum Film „Embrace“ – was mich bewegt und wie es mich bewegt …

Dazu gibt es einen kleinen Blogartikel, nachdem mich die Technik für ein Live-Video bei Facebook im Stich lässt. Also nun meine Gedankengänge dazu zum Lesen.

Der Film „Embrace – Du bist schön“ wurde gestern Abend bei Arte gezeigt und ist noch in der Mediathek verfügbar bis zum 17.04.2018. (Hier ist der Link zu Arte.) An dem Tag, an dem er im letztne Jahr in den Kinos lief, hatte ich natürlich ausgerechnet keine Zeit. Toll, dass ich das jetzt nachholen konnte. Ich habe ihn mir gleich zweimal via Mediathek angesehen – und ja, er bewegt mich so, dass ich noch heute früh auf der Laufrunde darüber nachgedacht habe und mich plötzlich gewundert habe, warum ich schon wieder vor meiner Tür stehe. So sehr war ich in den Gedankengängen dazu, da war leider nicht so viel mit Achtsamkeit. 🙂

Der Film hat so viele Details, die alle allein schon wieder eigene Filme wert wären.

Ich weiß nicht, was mir mehr nachhängt: Die Tatsache, dass schon für fünfjährige!! Mädchen Abnehmen ein Thema ist oder wie groß die Häme und die Hetze gegenüber Frauen ist, die ihren Körper zeigen wie er ist.

Zum ersten Punkt: Mit fünf Jahren! Das ist krank. Ich finde, hier ist die Gesellschaft (ja, auch ich) in der Verantwortung, Vorbilder zu schaffen, an denen sich Mädchen orientieren können. Jenseits von schön, hübsch, schlank und vor allem jenseits von sexy! Bei den Bildern von den hochgestylten Kindern in den lasziven Posen war ich nahe dran, in die Tischkante zu beißen. Das. darf. nicht. sein!

Ab dem Alter von zwölf Jahren kann ich es eher verstehen, wenn die Mädchen sich vergleichen und ihren Körper als etwas wahrnehmen, was nicht in das mediale Schema passt. Ich kann mich noch gut daran erinnen, wie es mir in diesem Alter ging. Ich hatte nämlich aus dem Lostopf des Lebens so ein paar eher unschöne Karten gezogen: Ich trug eine dicke Brille und außerdem eine feste Zahnspange. Beides nicht gerade geeignet, sich hübsch zu finden. Außerdem kamen irgendwann die Bemerkungen meiner Mutter über mein „gebärfreudiges Becken“ dazu – hieß das jetzt, ich wäre zu breit??

Ich habe lange gebraucht, um meinen Körper als mein Zuhause zu fühlen, und ich bin überglücklich, dass ich es durch das Tanzen geschafft habe, mich heute mit mir selbst wohl zu fühlen.

Die mediale Bilderwelt ist sowieso so ein Punkt. Mein Gegengewicht ist meine ComeTogether-Veranstaltung am 27. April 2018 in meiner Praxis. (Link zur Info). An diesem Abend geht es genau darum, nämlich die Diät- und Abnehmstrecken in den Zeitschriften, den Büchern, in der Onlinewelt etc. – und was sie mit uns machen (sollen). Ich werde sie mit den Teilnehmerinnen ordentlich durchleuchten und im besten Fall komplett zerpflücken!

Das zweite Thema … Ich kann mir solche „Shitstorms“ nur damit erklären, dass das Weltbild der Frauen, die sich zu Hetz- und Hämekommentaren genötigt sehen, erschüttert wird. Sie stecken wohl unglaublich viel Zeit und Energie in den Sport, sie verkneifen sich das essen, sie trainieren und optimieren und quälen sich, fühlen sich nur vordergründig (optisch) gut damit – und dann kommt eine andere Frau daher und zeigt einfach ihren Körper so wie er ist. Und wie glücklich sie damit ist. Der ganze Aufwand wird damit quasi ad absurdum geführt. Das ist – wie gesagt – meine Einschätzung.

Was will ich Dir nun konkret sagen?

Erstens: Bitte lass Dich nicht frustrieren und kaputtmachen durch mediale Vorbilder, die real gar nicht vorhanden sind!! All die Bilderschönheiten sehen in Wirklichkeit nicht so aus, es gibt KEIN Bild, das nicht gephotoshopt ist! Mach Dir bewusst, dass solche Körper physisch einfach nicht existieren.

Zweitens: Sie Deinen Körper als Dein Zuhause an. Deine Wohnung pflegst Du ja auch, Du hältst sie in Ordnung, machst sie hübsch und zu Deinem Wohlfühlort. Sport und Bewegung sind dazu da, Deinen Körper in Aktion und ein Stück weit gesund zu halten. Niemals aber solltest Du Sport nur aus dem Grund treiben, um abzunehmen oder Deinen Körper in eine Form zu zwingen, die er anatomisch vielleicht gar nicht erreichen kann!

Pflege Dich mit gutem Essen, lass das Fertigfutter und die industriell hergestellten „Lebensmittel“ sein, verzichte auf Essen mit künstlichen Inhaltsstoffen – damit tust Du Dir viel Gutes!

Drittens: Dringende Anguck-Empfehlung für den Film.

Was nehme ich für mich selbst aus diesem Film mit?

Ich glaube, ich werde den einen Satz übernehmen, den eine der Frauen im Film sagt:
„In meiner Gegenwart darf keine Frau schlecht über ihren Körper reden!“

Das finde ich so toll – lasst uns stattdessen das Gute und Wundervolle an unseren Körpern sehen! Wie stark sie sind, was sie alles leisten können, wie sie durch die Höhen und Tiefen unseres Lebens zu uns halten!

2 Gedanken zu „Zum Film Embrace

  1. Ein großartiger Film und es ist wunderbar, was er bewegt. Ich war selbst erstaunt, wie sehr er mit Christian bewegt hat… Habe ihn auch 2x in der Mediathek gesehen. Schön, auch andere Gedanken dazu zu lesen. Liebe Grüße, Doreen

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