Deine besten Freundinnen: Teil 2 – die Nährwerttabelle

Deine besten Freundinnen: Teil 2 - die NährwerttabelleDeine besten Freundinnen (Teil 2) – die Nährwerttabelle (Nährwertkennzeichnung)

Puh, manchmal können Freundinnen auch richtig anstrengend sein, oder?
Vielleicht ging es Dir mit der Zutatenliste so? Aber es ist ja auch gut zu wissen, wer Dir Deine Fragen ehrlich beantwortet und Dir keinen Blödsinn erzählt. Und auf wen bzw. was Du Dich im Ernährungsdschungel verlassen kannst.

Heute möchte ich Dir Deine zweite beste Freundin dazu vorstellen:

Die Nährwerttabelle

Uh, noch so ein uncharmanter Name … Und außerdem kommt sie mit unverständlichen Zahlen und Angaben daher! Aber ignoriere sie bitte nicht gleich. Das ist ein bisschen wie mit einem Menschen, den man ganz neu kennenlernt, der irgendwie toll ist – und dann spricht dieser Mensch eine Sprache, die man nicht versteht … Aber trotzdem möchte man sich austauschen. Was tust Du dann? Du zeigst auf etwas, Du spielst Pantomime, Du bemerkst Bekanntes in der Sprache und irgendwie funktioniert es dann doch.
(Und mir kommt gerade der Gedanke, dass die Gesten für Essen und Trinken doch recht universell sind und überall verstanden werden. Die für Schlafen übrigens auch. 🙂 )

Die erste beste Freundin – die Zutatenliste – verrät Dir genau, was drin ist im Lebensmittel. Die Nährwerttabelle (oder auch: Nährwertkennzeichnung) sagt Dir, was die beiden an Gepäck dabei haben. So oder ähnlich findest Du sie auf der Verpackung:

Beispiel einer Nährwertkennzeichnung

Und was will sie Dir jetzt mit den kryptischen Angaben sagen?

Auch hier ist wieder ein bestimmter Rahmen gesetzlich vorgegeben:
Die Angaben sind EU-weit verpflichtend und sie müssen auf 100 g oder 100 ml des
Lebensmittels bezogen sein.
Es müssen die “Big Seven” genannt werden:
Energiegehalt, Fett, gesättigte Fettsäuren, Kohlenhydrate, Zucker, Eiweiß und Salz. Werden Vitamine oder Mineralstoffe besonders auf der Verpackung beworben, so müssen sie in dieser Tabelle extra aufgeführt werden.

Komplett ignorieren kannst Du Angaben, die sich auf eine Portion oder sonstige kleinere Mengen beziehen. In dem Beispiel oben ist das die rechte Tabelle, die sich auf 30 g bzw. 3 Stück bezieht. Mal ehrlich: Kaum jemand öffnet eine Pralinenschachtel und isst dann nur 3 Pralinen!! Die Zahlen sind zwar hübscher – weil niedriger -, aber eben nicht alltagsgerecht.

Also: Immer nur auf die 100 g / 100 ml-Angaben schauen!

Oft findest Du auch eine GDA-Angabe mit Prozentwerten – was ist das denn jetzt
bitte?

Nichts, was Dich irritieren müsste. 🙂
GDA steht für “Guideline Daily Amount”, zu Deutsch etwa “Richtline für die tägliche Aufnahme.” Aber diese Angaben finde ich schwierig und außerdem Augenwischerei.
Da wird viel verschleiert und gebogen … Jeder Mensch ist schließlich anders und außerdem hat niemand Lust auf große Rechenaufgaben beim Einkaufen!

Und was machst Du jetzt mit den Zahlen?

Hier kann ich Dir an dieser Stelle nur Anhaltspunkte geben, eben weil jeder von uns anders ist. Aber wenn wir als gaaanz groben Durchschnittswert 2.000 kcal an Energie für eine Person annehmen – dann ist mit der ganzen Packung oben (100 g) schon mal ein Viertel des Tagessolls “verbraucht” (502 kcal). Und 10 Pralinen sind ja nun wirklich “nicht viel” …

Fett
Pro Tag sollten es nur ungefähr 60 bis 70 Gramm Fett für uns sein.
Auch hier hast Du mit der ganzen Packung schon ein Drittel Deines Tagessolls weg-
gehapst.

Kohlenhydrate
Diese Angabe ist dann für Dich wichtig, wenn Du bewusst auf Kohlenhydrate verzichten oder sie reduzieren willst. Eine Faustregel kann für Dich sein: 5 Gramm Kohlenhydrate pro Kilogramm Körpergewicht. Damit kannst Du diese Angabe für Dich in Relation
setzen.

Zucker
26 Gramm Zucker auf 100 Gramm  …
Hier ein kleiner Vergleich: 1 Zuckerwürfel wiegt ca. 3 Gramm.
Also sind in den 100 Gramm fast 9 Zuckerwürfel drin. Ups.
Und ja, fast die Hälfte der Kohlenhydrate in dem Beispiel sind Zucker.

Zuckerwürfel

 

 

 

 

 

 

Foto: Pixabay

Ich weiß, diese Freundin kommt schon arg anstrengend daher. Aber es gibt ja viele Bemühungen, das ganze verbraucherfreundlicher zu gestalten. Auch wenn das die Lebensmittelhersteller nicht so gerne haben. Einen dieser wundervollen kleinen Helferlein möchte ich Dir hier mitgeben. Er stammt von der Verbraucherzentrale Hamburg und bringt diese ganze Zahlen-Jongliererei in ein übersichtliches Ampelsystem: Rot / Gelb / Grün.
Ich finde das sehr viel einfacher und kann Dir nur empfehlen, Dir dieses Kärtchen auszudrucken und in der Geldbörse zum Einkaufen mitzunehmen.

Hier findest Du den kompletten Artikel der VZHH dazu.
Und die entsprechende Tabelle sieht so aus:

Die Ampel-Checkkarte der VerbraucherzentraleQuelle: www.vzhh.de

Du siehst, die Grenzen sind schon eng und das Produkt aus unserem Beispiel wäre durchgefallen.

Versteh mich bitte nicht falsch: Ich bin die Letzte, die Schokolade & Co. aus dem Leben verbannen möchte. (“Rettet die Erde! Sie ist der einzige Planet mit Schokolade!”)
Aber wenn Du abnehmen oder gesünder essen willst, dann ist es wichtig, Dir diese Zahlen bewusst zu machen und für Dich einzuschätzen. Der wichtige Lerneffekt für Dich ist, zu sehen, was im Essen drinsteckt, das Du so aus dem Supermarkt mitnimmst und nebenbei wegleckerst.

Bleib selbst-bewusst
Deine Anja